Kind im Ausland

Allgemeine Bedingungen

Um Anrecht auf belgisches Kindergeld oder die Geburtsprämie zu haben, muss einer der Elternteile oder eine Person, die zum Haushalt der Kinder gehört (z.B. Partner des Elternteils, Großelternteil, Tante usw.) der belgischen Sozialen Sicherheit unterliegen.

Das heißt, dass diese Person in Belgien arbeitet und/oder eine belgische Ersatzleistung (z.B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, Rente, Leistung im Rahmen einer Laufbahnunterbrechung usw.) erhält. Außerdem muss das Kind in Belgien erzogen werden.

Was passiert aber mit dem Anrecht auf belgisches Kindergeld, wenn Ihr Kind sich im Ausland aufhält?

Ihr Kind hält sich in einem Land des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) auf oder studiert dort

Welche Länder gehören zum EWR?

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxembourg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern

Anrecht auf Kindergeld

Wenn Ihr Kind sich in einem Land des EWR aufhält oder dort studiert, haben Sie Anrecht auf belgisches Kindergeld, ergänzt um eventuelle Zuschläge. Im Falle eines Auslandsstudiums muss das Bildungsprogramm im Ausland staatlich anerkannt sein oder hat der Student mindestens 17 Unterrichtsstunden pro Woche zu belegen.
Wenn ein Elternteil auch im Ausland ein Anrecht auf Kindergeld begründen kann, besteht möglicherweise in zwei Ländern gleichzeitig Anrecht auf Kindergeld (z.B. bei Entsendung ins Ausland). Das vorrangig zu zahlende Land wird bestimmt nach dem Wohnort des Kindes und den Leistungen der Familienangehörigen in den einzelnen Mitgliedstaaten. Durch eine Differenzzahlung seitens des anderen Landes wird der höchste Kindergeldbetrag immer gewährleistet.

Anrecht auf die Geburtsprämie oder die Adoptionsprämie

Die Geburtsprämie oder die Adoptionsprämie ist fällig zugunsten von Kindern, die im Ausland (innerhalb des EWR) geboren werden. Dazu muss einer der Elternteile zum Zeitpunkt der Geburt oder der Adoption in Belgien arbeiten oder hier eine Ersatzleistung (z.B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, Rente usw.) erhalten.

Beachten Sie!

  • Falls eine Geburts- oder Adoptionsprämie im Geburtsland fällig ist, ist diese immer vorrangig zu zahlen und wird die belgische Geburts- oder Adoptionsprämie ergänzend gewährt.
  • Falls keine Geburts- oder Adoptionsprämie im Geburtsland fällig ist, wird die belgische Geburts- oder Adoptionsprämie in voller Höhe gewährt.

Bilaterale Abkommen innerhalb des EWR (Geburtsprämie)

Belgien hat mit einer Reihe von Ländern innerhalb des EWR ein bilaterales Abkommen geschlossen. Jedes Abkommen enthält spezifische Bedingungen in Bezug auf das Anrecht auf die belgische Geburtsprämie.

Bilaterales Abkommen zwischen Belgien und Frankreich

Die Geburtsprämie wird vom Wohnland der Familie gewährt, wenn den Bedingungen für Grenzarbeiter entsprochen wird.

z.B. Wenn die Familie in Frankreich lebt, wird die Geburtsprämie von Frankreich ausgezahlt.

Bilaterales Abkommen zwischen Belgien und Luxemburg

Die Geburtsprämie wird vom Wohnland der Familie gewährt, wenn den Bedingungen für Grenzarbeiter entsprochen wird.

z.B. Wenn die Familie in Luxemburg lebt, wird die Geburtsprämie von Luxemburg ausgezahlt.

Bilaterales Abkommen zwischen Belgien und Deutschland

Die Geburtsprämie ist nur dann fällig, wenn eine Beschäftigung in Belgien ausgeübt wird.

Bilaterales Abkommen zwischen der EU und der Schweiz

Das Anrecht auf Kindergeld wird unter Beachtung der Europäischen Verordnungen gewährt. Es besteht kein bilaterales Abkommen mit der Schweiz bezüglich der Geburtsprämie. Wenn Ihr Kind in der Schweiz geboren wird, ist die belgische Geburtsprämie also nicht fällig.

Fragen?  internationaleovereenkomsten.fam@famifed.be

Bilaterale Abkommen außerhalb des EWR

Belgien hat mit einer Reihe von Ländern außerhalb des EWR ein bilaterales Abkommen geschlossen: Algerien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Marokko, Montenegro, Serbien, Tunesien und Türkei.
Jedes Abkommen enthält spezifische Bedingungen in Bezug auf das Anrecht auf das belgische Kindergeld. Für weitere Auskünfte, kontaktieren Sie Ihren Sachbearbeiter oder senden Sie eine E-Mail an info.bemiddeling@famifed.be.

Bei bilateralen Abkommen mit Ländern außerhalb des EWR ist die Geburtsprämie oder Adoptionsprämie nicht fällig.

Ihr Kind hält sich außerhalb des EWR auf oder in einem Land mit dem Belgien kein bilaterales Abkommen geschlossen hat, oder studiert dort

Sie erhalten weiterhin das Anrecht auf Kindergeld in den folgenden Fällen:

  • Ein- oder mehrmaliger Aufenthalt in einem anderen Land, maximal zwei Monate im Jahr;
  • Aufenthalt während der Schulferien, maximal 120 Tage im Jahr;
  • Aufenthalt in einem anderen Land aus Gesundheitsgründen, maximal 6 Monate im Jahr;
  • Auslandsstudium mit einem Stipendium seitens einer belgischen oder ausländischen Einrichtung;
  • Nicht-hochschulisches Studium außerhalb des EWR nach dem Sekundarabschluss (maximal ein Jahr);
  • Hochschulstudium außerhalb des EWR nach dem Hochschulabschluss (maximal ein Jahr);
  • Hochschulstudium außerhalb des EWR ohne Hochschulabschluss innerhalb oder außerhalb Belgiens.

Wenn keiner der vorgenannten Bedingungen entsprochen wird, können Sie eine individuelle Sondergenehmigung bei Ihrer Kindergeldkasse oder unmittelbar beim FÖD Soziale Sicherheit beantragen.